1.Fc Schweinfurt Frauen- und Mädchenfussball

Den Titeljägerinnen des FC 05 juckt es in den Füßen

Die U17 Juniorinnen des FC Schweinfurt wurden nach dem Saisonabruch und der Wertung nach der Quotientenregel souverän Meister der Landesliga. Künftig dürfen die Mädels in der Bayerliga ran.

Nach dem Saisonabbruch konnten die Juniorinnen des FC 05 Schweinfurt zwei Titel feiern. Die U 17 darf künftig in der Bayernliga ran. Das Sorgenkind ist derzeit die U 13.

im FC 05 Schweinfurt war viel Geduld gefragt. Doch jetzt, am Ende der durch die Corona-Pandemie extra langen Saison 2019/21, darf an der Niederwerrner Straße fleißig gejubelt werden. Gleich zwei Meisterschaften konnte die Frauen- und Mädchenfußballabteilung des FC 05 nach dem Saisonabbruch vermelden.

Die U-13-Juniorinnen von Trainerin Julia Schneider holten ebenso den Meistertitel wie die U-17-Juniorinnen von Andreas Braun in der Landesliga. Im Grunde können sich auch noch die U-15-Juniorinnen in die grün-weiße Meisterriege einreihen. Das Team von Coach Bernd Wedler wurde nach dem Saisonabbruch 2019/20 in der U 13 Gruppe 1 Schweinfurt bei den Jungs Meister.

„Nach fast sieben Monaten juckt es unheimlich in den Füßen“, sagt Julia Schneider, die auch selbst als Spielerin bei den Frauen des FC 05 aktiv ist. Für das erste Juniorinnen-Training seit Oktober, das in dieser Woche endlich stattfinden wird, gingen bereits zahlreiche Anmeldungen ein. Die trainings- und spielfreie Zeit haben die Spielerinnen gut gemeistert, erzählt sie: „Auch wenn es schwerer fällt als in der großen Gruppe, haben die Mädels alleine oder zu zweit zuhause immer was gemacht.“ Auch Bernd Wedler von der U 15 findet: „Die Euphorie ist groß. Jede ist eigentlich heiß darauf, wieder aufs Feld zu kommen.“

Viele Blicke werden dann, wenn es mit der neuen Saison losgeht, auf die U 17 gerichtet sein, die künftig in der Bayernliga antritt. Die Meisterschaft war, auch wenn sie durch einen Saisonabbruch zustande kam, hochverdient. Acht der zehn Spiele wurden gewonnen, eins unentschieden gespielt und nur eines wurde verloren. Alleine das Torverhältnis von 40:6 sprach Bände.

„Es ist wahnsinnig toll mit den Mädels zu arbeiten. Ich merke richtig, wie sie wertschätzen, was ich an Arbeit und Zeit rein investiere.“Julia Schneider, U-13-Trainierin FC 05 Schweinfurt

Die beiden älteren Jahrgänge wechseln fast komplett hoch in die Frauenmannschaft der Nullfünfer. Für Trainer und Abteilungsleiter Andreas Braun eine ganz besondere Sache – vor allem, weil viele der Spielerinnen bereits seit der U 13 im Verein sind: „Wenn man am Ende der Jugend vor dem Wechsel in den Frauenbereich Meister wird, hat man in der Ausbildung vieles richtig gemacht.“

Stolz ist er auch darauf, dass jetzt viele Spielerinnen „den Weg weiter mit uns gehen.“ Angst und Bange wird ihm ob der hohen Ansprüche in der Bayernliga um seine U 17, die künftig von B-Lizenzinhaber Andreas Rückert trainiert wird, nicht. Julia Schneider pflichtet ihm bei: „Das sind unglaublich starke Jahrgänge. Wir können ohne Weiteres in der Bayernliga bestehen.“ Braun drückt es als Funktionär freilich etwas defensiver aus: „Als Bayernliga-Neuling kann es erstmal nur das Ziel sein, den Klassenerhalt so schnell wie möglich zu sichern.“

Im U-13-Jahrgang fehlt es an Spielerinnen

Das Sorgenkind sind derzeit – trotz der Meisterschaft – die U-13-Juniorinnen. Noch steht nicht fest, ob der FC 05 dieses Jahr auch in dieser Altersklasse eine Mannschaft stellen kann. Es fehlen schlicht die Spielerinnen aus den Jahrgängen 2009 und 2010. „Wir kämpfen noch darum Spielerinnen zu finden, um eine U 13 melden zu können“, so Braun. „Corona hat uns, glaube ich, noch einmal einen Riesenstrich durch die Rechnung gemacht, neue Mädels anzuwerben“, findet Trainerin Schneider. Interessierte Fußballerinnen oder Eltern können sich dafür beim Verein melden. Für die Jahrgänge von 2005 bis 2010 bieten die Nullfünfer regelmäßige Probetrainings an.

Eine hochwertige Fußballausbildung, wie sie im Mädchenfußball in der Region sonst kaum noch zu finden ist, wäre dabei garantiert. Neben der engen Verzahnung mit dem Jungs-Nachwuchsleistungszentrum und den individuellen Fördertrainingseinheiten für alle Mannschaften mit Frauen-Trainer Dieter Kölbl, sorgen auch die engagierten Trainer wie Julia Schneider mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus für eine vorbildliche Nachwuchsförderung. „Wir bieten hier gute Möglichkeiten, auch um Mädels von außerhalb zu holen und diese hier weiterzubilden“, erklärt Schneider.

Gängig ist es auch, dass in ihrer U 13 Spielerinnen mit einem Zweitspielrecht auflaufen. Das heißt: Die jungen Fußballerinnen kicken parallel auch noch in einem Jungsteam, spielen dann am Wochenende häufig für beide Mannschaften. Schneider steht der Praxis mit dem Doppelspielrecht grundsätzlich positiv gegenüber. Die Spielerinnen könnten durch den erhöhten Körpereinsatz bei den Jungs gerade in puncto Zweikampfstärke einiges mitnehmen.

Aber die BFV-Regularien stellen sie am Spieltag auch häufiger vor Problemen. Diese besagt nämlich, dass sie in ihrer U 13 nur vier Spielerinnen mit Doppelspielrecht auflaufen lassen darf. „Manchmal sind mir dadurch die Hände gebunden.“ Sie legt sich trotzdem fest: „Für die Spielerinnen ist es ein Vorteil.“

Viele überregionale Erfolge

Wichtiger ist ihr aber ohnehin etwas anders: „Mir persönlich ist es am Wichtigsten, wenn ich bei den Mädels den Willen und Ehrgeiz sehe, weiter machen zu wollen“, betont sie. „Das sind die Grundbausteine. Da ist es auch völlig egal, ob du bei den Jungs oder Mädels spielst.“

Die 21-Jährige hofft, dass sie wie schon in den letzten drei Jahren, auch in der kommenden Runde wieder eine U 13 betreuen darf: „Es ist wahnsinnig toll mit den Mädels zu arbeiten. Ich merke richtig, wie sie wertschätzen, was ich an Arbeit und Zeit rein investiere.“ Die Erfolge sind dabei auch messbar. Neben den Meisterschaften, konnten die Schweinfurterinnen in letzter Zeit auch viele überregionale Erfolge feiern. 2019 gewann die U 13 von Schneider die „inoffiziellen bayerische und süddeutsche Meisterschaft“, erklärt sie.

Andreas Braun glaubt nicht an eine reibungslose Saison

Die „inoffizielle Bayerische“ trug Passaus „Mister Mädchenfußball“ Anselm Lienen mit allen sieben Bezirksmeistern aus. Schweinfurt gewann. Der FC Augsburg trug 2019 die „inoffizielle Süddeutsche“ aus. Ein Turnier mit den besten Teams aus dem süddeutschen Raum. Auch dort gewann Schweinfurt. Gute Ergebnisse konnten die U 13 und U 15 zuletzt, bevor Corona dazwischen funkte, auch bei hochkarätig, teils international, besetzten Turnieren in Potsdam und Frankfurt erzielen.

Die nächsten Meisterschaften sind an der Niederwerrner Straße also eigentlich schon vorprogrammiert. Bleibt zu hoffen, dass die Pandemie „mitspielt“. „Corona ist nicht vorbei“, betont Braun, der künftig die zweite Frauenmannschaft trainieren wird: „Das wird uns im Herbst auch irgendwie begleiten. Es wird, denke ich, besser laufen, aber ob es ganz reibungslos verlaufen wird, da bin ich mir nicht ganz sicher.“

Von Steffen Krapf, erschienen in der Mainpost am 11.06.2021